Depression – Was sind Depressionen?

Depressionen sind die häufigsten psychischen Erkrankungen unserer Zeit. Etwa 20 Prozent (Tendenz steigend) aller Menschen werden irgendwann einmal eine depressive Phase erleben. Wer sich zum Beispiel durchgehend niedergeschlagen und freudlos fühlt, das Interesse an vielen Dingen verliert und sich nur schwer zu einfachen Aktivitäten aufraffen kann, könnte eventuell auf dem Weg zu einer Depression sein.

Niedergeschlagenheit, Interessenverlust, Freudlosigkeit und Antriebslosigkeit sind die wichtigsten Anzeichen dieser Krankheit. Darüber hinaus löst es häufig weitere Symptome aus. So können zum Beispiel Schlafstörungen, Ängste, Selbstzweifel und Konzentrationsstörungen auftreten.

Die Depression kann vielfältige Ursachen haben. So können biologische und psychologische Einflüsse Menschen für depressive Verstimmung beeinflussen. Zudem können deine Lebensumstände und persönliche Faktoren großen Einfluss auf eine Entstehung haben. Belastungen wie beispielsweise der Tod eines nahe stehenden Menschen oder Stress im Berufsleben.

Depressionen Häufigkeit

Dieses Leiden gehört zu den häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit. Laut WHO (Weltgesundheitsorganisation), leiden bis fünf Prozent der Weltbevölkerung darunter. Das sind ca. 200 Millionen Menschen.

Eine Depression kann in jedem Alter entstehen. Am Häufigsten tritt es aber zwischen 18 und 25 Jahren auf. Nach einer durchlebten Phase entwickelt etwa die Hälfte aller Betroffenen erneut eine Depression (sog. rezidivierende Depression).

Wer diagnostiziert Depressionen?

Die Diagnose einer Depression stellt der Arzt oder Psychologe. Es müssen aber bestimmte Kriterien erfüllt sein. Es müssen mindestens vier für Depressionen typische Anzeichen vorliegen. Wobei mindestens zwei davon zu den Kernsymptomen gehören müssen.

Depressionen Ursachen

Worin genau eine Depression ihre Ursachen hat, ist noch nicht ganz genau eindeutig. Mögliche Gründe für die Entstehung von Depressionen sind sehr vielschichtig. Manche Menschen sind zum Beispiel anfälliger als andere. Diese erhöhte Anfälligkeit ist durch das Zusammenspiel unterschiedlicher biologischer und psychischer Ursachen bedingt.

Besonders dann, wenn eine erhöhte Anfälligkeit hierzu besteht, können belastende Lebensereignisse eine depressive Erkrankung auslösen. In diesen Fällen liegt eine sogenannte primäre Depression vor.

Mögliche auslösende Ursachen für primäre Depressionen sind zum Beispiel:

  • Überforderungen und lang andauernder Stress im Berufsleben
  • Probleme in einer Beziehung
  • Tod eines geliebten und nahe stehenden Menschen
Depressionen vom Rauchen

Die meisten Menschen sind sich gar nicht darüber im Klaren, was zum Beispiel Rauchen mit ihrem Körper alles anrichten kann. So ist sich zwar die Mehrheit darüber bewusst, dass Rauchen vor allem die Lungen schädigt und Krebs verursacht. Die Folgen sind aber leider noch viel weitreichender. Rauchen schädigt nämlich nicht nur jedes deiner Organe, sondern kann auch negativen Einfluss auf deine Psyche nehmen. Dies geht so weit, dass es sogar zu Depressionen führen kann. Wer unter Depressionen leidet und raucht, wird dies wahrscheinlich nie miteinander in Verbindung bringen. Tatsache ist, Depressionen vom Rauchen sind nicht gerade selten. Der blaue Dunst versucht sich also nicht nur in deiner Lunge, sondern auch in deiner Psyche sich festzusetzen.

Banner 336x280
Ein Rauchstopp tut der Seele gut

Bislang ist das Thema noch nicht allzu umfangreich erforscht, dennoch gibt es bereits jetzt einige Studien. Diese besagen, dass es der Psyche gut tut, wenn man mit dem Rauchen aufhört. Man fand nämlich heraus, dass es Menschen mit Depressionen schon wenige Wochen nach dem Rauchstopp deutlich besser ging als der Vergleichsgruppe, die weiter rauchen durfte. Auch psychisch stabile Menschen fühlen sich nach dem Rauchstopp wesentlich besser.

Aufhören ist oftmals genauso hilfreich wie Medikamente

Man fand heraus, dass Rauchstopp bei psychisch Kranken eine ähnlich positive Auswirkung hat wie die Einnahme von Medikamenten. Deswegen ist es natürlich sehr wünschenswert, das du sofort mit dem Rauchen aufhörst und gegebenenfalls parallel dazu Medikamente einnimmst.

Depressionen wo finde ich Hilfe

Linderung bei Depressionen bekommt du durch Medikamente und einer Psychotherapie. Häufig kommt aber beides zum Einsatz.

Bei Depressionen besteht die medikamentöse Therapie in erster Linie aus Antidepressiva.
Die psychotherapeutische Behandlung einer Depression zielt aber darauf ab, das Leben des Patienten aktiver zu gestalten und negative Denkmuster abzubauen. Zusätzlich vermittelt die Psychotherapie Strategien, die den Betroffenen helfen können.
Der Verlauf einer Depression hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel, wie viele depressive Episoden bereits auftraten, wie lange und wie intensiv diese waren, und so weiter. Grundsätzlich gilt aber, je früher die Behandlung einer Depression beginnt, desto besser sind die Heilungschancen.

Scheuen dich also nicht, bei Anzeichen diese Krankheit professionelle Hilfe zu suchen. Scham oder Schuldgefühle sind hier fehl am Platz. Wer depressiv ist, ist ernsthaft krank und braucht professionelle Hilfe.

Depressionen Medikamente

Vielleicht stellst du dir die Frage, wie Medikamente dir bei deiner psychischen Erkrankung helfen sollen, besonders wenn du Stress im Beruf oder in einer anderen schwierigen Lebenssituation befindest. Derartige Probleme werden durch Medikamente grundsätzlich nicht beseitigt. Allerdings, kann eine erfolgreiche medikamentöse Behandlung zum Abklingen der Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Freudlosigkeit beitragen. Dadurch können die erwähnten Probleme für dich weniger groß erscheinen und wieder lösbar sein.

Es ist sehr wichtig dass du dich mit den Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung beschäftigst. Denn nur wenn du von der Behandlung überzeugt bist, wirst du das wirksame Medikament auch regelmäßig und über einen ausreichend langen Zeitraum einnehmen.

Antidepressiva

Dieses Medikament ist zugelassen um speziell Depressionen zu Behandeln. Antidepressiva sind eine wichtige Säule in der Behandlung und mit Abstand am häufigsten angewandtes Medikament.

  • Die Einnahme macht generell nicht süchtig.
  • Es sind keine Beruhigungs oder Aufputschmittel und machen dich nicht „high“.
  • Dieses Medikament gehört zur Gruppe der Psychopharmaka

Ob Antidepressiva für dich sinnvoll ist, solltest du mit deinem behandelnden Arzt besprechen. Die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung, hängt unter anderem vom Schweregrad deiner Erkrankung ab. Bei leichten Depressionen kann zunächst auch auf Antidepressiva verzichtet werden. Bessert sich allerdings dein Zustand trotz Behandlung nicht, dann kann auch bei leichten Depressionen mit dem Medikament unternommen werden.

Antidepressiva wirken nicht wie beispielsweise eine übliche Schmerztablette oder ähnliches. In der Regel zeigt sich erst nach ein bis zwei Wochen täglicher Einnahme, eine spürbare Veränderung. Es darf bei Besserung nicht sofort wieder abgesetzt werden! Eine vorzeitige Beendigung der Therapie, geht mit einem hohen Risiko dass die Depressionen zurück kommen. Um langfristig einen Rückfall zu vermeiden, solltest du das Medikament auch nach Abklingen der Beschwerden für ca. sechs Monate in gleicher Dosierung weiter einnehmen. Sind die Depressionen aber sehr schwer mit einigen Rückfällen, dann ist eine über mehrere Jahre gehende Medikamenteneinnahme zu empfehlen.

Nebenwirkungen: 

Wir Menschen reagieren alle unterschiedlich. Während sehr viele keine, beziehungsweise leichte Nebenwirkungen verspüren, leiden andere allerdings sehr heftig darunter. Da unterschiedliche Medikamente unterschiedliche Nebenwirkungen haben können, kann eine Umstellung auf ein anderes Antidepressivum sehr sinnvoll sein. Wichtig ist, auftretende Nebenwirkungen dem behandelnden Arzt auf jeden Fall mitzuteilen. Mit ihm kannst du dann besprechen, ob die Nebenwirkungen ernsthaft sind und es für dich gegebenenfalls eine Umstellung vorgenommen werden muss. Da es eine große Auswahl an Antidepressiva gibt, gelingt es in der Regel eine individuelle Umstellung vor zu nehmen. 

Depression Psychotherapie

Die Psychotherapie ist eine der zwei Grundsäulen bei der Behandlung deiner Depression. In einer Psychotherapie werden psychische Erkrankungen und deren Begleiterscheinungen durch Gespräche inklusive Übungen mit einem Psychotherapeuten behandelt. Das konkrete Therapieziel wird vorher gemeinsam in einem Gespräch festgelegt.

Bei einer ambulanten Therapie besteht für dich die Möglichkeit, fünf Probesitzungen in Anspruch zu nehmen. Bei einer Psychoanalyse sind es allerdings acht Sitzungen. Während dieser Sitzungen können alle offenen Fragen bezüglich des Ablaufs einer Therapie mit dem Therapeuten geklärt werden. Darüber hinaus kannst du schon mal feststellen, ob die „Chemie“ zwischen euch stimmt. Hat der Therapeut eine kassenärztliche Zulassung, übernimmt die Krankenkasse hierfür die Kosten. Du solltest auf jeden Fall einen Antrag stellen.

Um Adressen und Telefonnummer von Psychotherapeuten zu bekommen, kannst du folgendes machen;

Mehr Informationen zu dem Thema Psychotherapie und Wege zur Psychotherapie bietet dir der Ratgeber von der Bundespsychotherapeutenkammer.

Depressions Selbsthilfegruppe

In Selbsthilfegruppen treffen sich Menschen mit ähnlichen Krankheiten oder Problemen. In der Regel geschieht es ohne professionelle Anleitung. Auch bei Depression sind Selbsthilfegruppen zu den Medikamenten eine wichtige und sinnvolle Ergänzung.

In den Selbsthilfegruppen besteht die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen über die Erkrankung auszutauschen. Man tauscht seine Erfahrungen über Behandlungsmöglichkeiten oder zum Umgang mit der Erkrankung. Du kannst auf jeden Fall von den Erfahrungen anderer profitieren und einiges lernen. Zudem geben sich Betroffene in einer Selbsthilfegruppe auch ein Stück weit gegenseitig Halt und Unterstützung. Du bekommst durch das Mitmachen Mut und spenden selber anderen Trost.

Die meisten Selbsthilfegruppen sind offene und anonyme Gruppen. Das bedeutet, die neue Mitglieder können jederzeit ohne weitere Vorbedingungen dazukommen. In jeder größeren Stadt gibt es Selbsthilfegruppen und häufig auch eine Kontaktstelle. Bei der Kontaktstelle bekommst du die Adressen und einen Ansprechpartner vermittelt.

Die NAKOS (Nationale Kontakt und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen) unterstützt Dich bei der Suche nach einer Gruppe in deiner Wohnortnähe. Auf der Seite findest Du ebenfalls umfangreiches Wissen zum Beispiel zum Thema Gründung einer Selbsthilfegruppe, Finanzielle Unterstützung, etc.

Depression Therapie – Alternativ

Neben den oben erwähnten Therapien, werden zur Behandlung auch einige weitere körperbezogene (somatische) Therapien durchgeführt. Die bekannteste sind:

Diese somatischen Therapien werden in der Regel stationär, teilweise auch ambulant durchgeführt.

Rehabilitationssport:

Der so genannte Rehabilitationssport bietet Menschen mit psychischen Erkrankungen die Möglichkeit, ihre Bewegungsfähigkeit unter speziell ausgebildeter Übungsleitung nachhaltig zu verbessern. Mehr dazu im Flyer.

Depressionen mit Hypnose behandeln

Bei Angststörungen und Depressionen kann Hypnosetherapie zum Glück sehr erfolgreich eingesetzt werden.

Diese Störungen haben fast immer die in den tiefen Ebenen des Unterbewusstseins verborgen liegende Ursachen. Oft sind diese Ursachen dem Betroffenen selbst gar nicht bewusst.

Dies muss nun aufgedeckt und aufgelöst werden. Hierzu ist die Hypnose wie erwähnt sehr gut geeignet. Problematik erhalten.

Durch diesen direkten Zugang können die Ursachen gezielt aufgedeckt, verarbeitet und aufgelöst werden. Dadurch erzielt man oft erheblich schnellere Ergebnisse als mit vielen anderen übelichen (konventionellen) therapeutischen Maßnahmen.

Wirksamkeit von Hypnosetherapie

Die Wirksamkeit der Hypnosetherapie ist seit längerem wissenschaftlich nachgewiesen und belegt. Das Deutsche Ärzteblatt erwähnte bereits im März 2004; “Die Wirksamkeit von Hypnosetherapie ist in über 200 empirischen Studien nachgewiesen worden”.

Hypnosetherapie ist ausserdem durch den “Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie” als wissenschaftlich geprüftes Behandlungsverfahren in der Bundesrepublik Deutschland anerkannt

Entscheidend für den Erfolg einer Hypnosebehandlung ist allerdings nicht die Trance an sich selbst, sondern welche Verfahren und Techniken in der Trance eingesetzt werden.

Meine Empfehlungen:

Depressionen Online Hilfe

An dieser Stelle möchte ich Dir einige gute Ratgeber-Bücher vorstellen. Diese werden Dir einen guten und verständlichen Einblick in diese Krankheit geben.
Außerdem werde ich dir einige hilfreiche Internetseiten geben sowie eine Auswahl an Filmen, Reportagen und Radiobeiträgen.

Online Information & Hilfe

Reportage & Filme

Fremdsprachige Information über Depression

Meine Empfehlungen:
Depressionsforum

Du suchst Kontakt zu anderen Betroffenen oder Angehörigen? Du möchtest deine Erfahrungen weitergeben oder vom Rat anderer profitieren?

Diskutiere doch einfach in Selbsthilfe-Forum und nutze das umfangreiche Forenarchiv.

Depression Telefon – Telefonseelsorge

Deutschland
Tel.: 0800 / 11 10 111
Tel.: 0800 / 11 10 222
Rund um die Uhr
www.telefonseelsorge.de
telefonseelsorge@diakonie.de


Kinder- und Jugendtelefon
Tel. 0800 / 11 10 333
Mo – Sa 14:00 – 20:00 Uhr
www.nummergegenkummer.de


Österreich
Tel.: 142
Rund um die Uhr
www.telefonseelsorge.at


Schweiz
Tel.: 143
Rund um die Uhr
www.143.ch

Info-Telefon

Das bundesweite Info-Telefon soll Betroffenen und Angehörigen den Weg zu Anlaufstellen im Versorgungssystem aufzeigen. Dies stellt aber keinen Ersatz für eine Behandlung durch einen Arzt oder Psychotherapeuten vor Ort dar.

Das Info-Telefon Depression ist kostenfrei.

Info-Telefon:

0800 / 33 44 533

Sprechzeiten:
Mo, Di, Do: 13:00 – 17:00 Uhr
Mi, Fr: 08:30 – 12:30 Uhr